Im Zug unterwegs

Geschichten vom Bahnfahren

Setup 11 – Leander Wattig

Im Orkan mit trinkenden Damen

Leander Wattig fährt gerne mit dem Zug und kauft sein Ticket am liebsten am Fahrkartenautomaten

 

 

1. Wer bist Du, was machst Du und wo haben wir uns das erste mal kennengelernt?

Ich heiße Leander Wattig und bin freiberuflich als Blogger (leanderwattig.de), Berater, Speaker und Lehrbeauftragter tätig. – Kennen gelernt haben wir uns irgendwo im Internet. Zum ersten Mal persönlich getroffen haben wir uns, glaube ich, auf der Frankfurter Buchmesse 2011.

2. Welche Bahncard hast Du oder welches Ticket nutzt Du meistens?

Ich habe eine BahnCard 50 mit Comfort-Status. Ich fahre immer 2. Klasse und bin ein typischer Ticket-Automaten-Käufer. Der einzige echte Vorteil des Comfort-Status’ sind die DB Lounges, durch die man Wartezeiten vernünftig überbrücken kann.

3. Wie oft fährst Du Bahn und welche Züge nutzt Du?

Ich fahre fast jede Woche mit der Bahn. Meist geht es per ICE in die größeren Städte, in denen die eigenen Kunden sitzen oder wo ich Vorträge halte. Da ich in Frankfurt wohne, ist das Zugfahren aufgrund der guten Anbindung recht angenehm.

4. Platzreservierung oder Risiko?

Ich reserviere fast nie, weil ich eigentlich immer einen Platz finde. Das Wichtigste ist hierbei, schon auf dem Bahnsteig mitzudenken und sich beim Einsteigen klug und vor allem schnell für einen strategisch günstigen Sitzplatz zu entscheiden. Meist klappt es sogar, einen Zweiersitz für sich zu haben. Dass ich mal stehen muss, kommt äußerst selten vor.

5. Was hast Du meistens bei Deinen Bahnfahrten dabei?

Die kleine Büroaustattung: Laptop, iPhone und Schreibzeug. Da ist es eigentlich egal, ob ich privat oder beruflich unterwegs bin.

6. Wie vertreibst Du Dir die Zeit im Zug?

Wenn ich diszipliniert bin, arbeite ich meine To-do-Liste ab. Häufig beantworte ich aber auch E-Mails, wandere durch die Social Networks oder schaue aus dem Fenster und lasse meine Gedanken schweifen. Selbst in der Bahn sind diese Muße-Phasen ja nicht mehr selbstverständlich, was eigentlich schade ist.

7. Was ist für Dich die perfekte Bahnlektüre /-Musik -/Film

Ich höre mir im Zug sehr gern Hörbücher an – meist Klassiker. Denn im Alltag nehme ich mir selten Zeit dafür.

8. Hast Du schon ein nachhaltiges Erlebnis im Zug/auf dem Bahnhof gehabt?

Viele. Ein Highlight war der Orkan Kyrill am 18./19. Januar 2007. Da fuhr ich abends von einem Beratungstermin in Köln zurück nach Leipzig, wo ich damals wohnte. Ich habe es aber nur bis Erfurt geschafft, weil der ICE dann nicht mehr weiter fuhr. Den Rest der Nacht habe ich im Zug verbracht – hinter mir ein Trupp sich betrinkender älterer Damen mit entsprechendem Lärmpegel.

9. Was findest Du gut im Zug/am Bahnhof?

Ich mag das Zug-Fahren sehr gern. Sofern die anderen Gäste nicht allzu unangenehm sind und die Züge nicht zu voll sind, kann man recht frei das tun, was man möchte. Man ist nicht so eingeschränkt wie beim Autofahren. Beim Fliegen wiederum nervt mich immer die ganze Eincheck-Prozedur, weshalb ich im Zweifel lieber Bahn fahre, wenn der Zeitunterschied nicht allzu groß ist.

10. Was stört Dich im Zug/am Bahnhof?

Natürlich gibt es öfter mal Verspätungen oder technische Pannen, aber angesichts der Komplexität des Bahn-Betriebs finde ich das Niveau in Deutschland eigentlich recht beachtlich. Wenn mich etwas stört, dann sind das einzelne rücksichtslose Mitfahrer, die rumbrüllen, Leute anrempeln oder rumhusten ohne die Hand vorzuhalten.

11. Gibt es eine Anekdote von einer Bahnfahrt die Du hier mitteilen möchtest?

Meinen glücklichsten Moment habe ich vor zehn Jahren auf einer Nachtfahrt von Danzig nach Krakau erlebt. Der Zug bestand aus wahrscheinlich in Deutschland aussortiereten Waggons mit Kabinen und engem Gang, wie das früher üblich war. Der Zug aber war so voll, wie ich das nie zuvor und seitdem erlebt habe. Da standen im Gang ohne Witz jeweils zwei Personen nebeneinander. Als ich dann mitten in der Menge feststeckte, wurde ich dann doch etwas nervös, weil ich eine 11-Stunden-Fahrt vor mir hatte. Doch am letzten Vorort-Halt Danzigs stiegen dann doch noch zwei Personen aus, deren Plätze meine Begleiterin und ich ergatterten, sodass die Nacht einigermaßen erträglich war.

12. Wie sieht für Dich der Personenverkehr der Zukunft aus?

Der Bahn gehört eher die Zukunft als dem Auto oder dem Flieger – allein schon aus Ressourcengründen. Wenn sie ihre Stärken ausbaut und ausspielt, ist sie gut aufgestellt.

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