Im Zug unterwegs

Geschichten vom Bahnfahren

Setup 16 – Alexandra Graßler

Alexandra Twitter

 

1. Wer bist Du, was machst Du und wo haben wir uns das erste mal kennengelernt?

Mein Name ist Alexandra Graßler und ich bin seit 1995 mit meiner Firma „Die WissensAgentur“ als Beraterin für Wissensmanagement und Kaizen in Deutschland und Österreich tätig. Dazu kommt Social Media für KMUs. In diesem Themensektor baue ich Lehr-Akademien auf, halte Fachvorträge und berate PolitikerInnen im Kommunalbereich.

Wir kennen uns persönlich (noch) nicht und sind über Twitter verbunden.

2. Welche Bahncard hast Du oder welches Ticket nutzt Du meistens?

Ich habe eine Bahncard comfort 1. Klasse und fahre auch nur 1. Klasse, da mir die 2. Klasse zu voll, zu laut und zu anstrengend ist.

3. Wie oft fährst Du Bahn und welche Züge nutzt Du?

Mehrmals im Monat. Langstrecken in Deutschland und nach Österreich. Wenn möglich ICE.

4. Platzreservierung oder Risiko?

Ich reserviere immer. Das ist besser für meine Nerven. Wenn möglich reise ich im „Ruhe-Bereich“ da ich extrem lärmpfindlich bin und es sehr schätze, wenn es ruhig ist.

5. Was hast Du meistens bei Deinen Bahnfahrten dabei?

Übernachtungsgepäck, Handtasche, mein Laptop, Smartphone, Bücher, Arbeitskram, mp3-Player

6. Wie vertreibst Du Dir die Zeit im Zug?

Da ich zu 99 % geschäftlich verreise, hab ich eine klare Aufteilung: Beim Hinfahren arbeite ich und beim Heimfahren lesen, Blogbeiträge vorschreiben, Musik- und Podcasthören

7. Was ist für Dich die perfekte Bahnlektüre /-Musik -/Film

Hm, im Zug lese ich meistens Fachbücher, die schon lange auf meinem Lesenstapel liegen. Und ich liebe es Opern zu hören. Das Kontrastprogramm dazu sind interessante Podcasts. Ich schaue weder Filme noch Serien, daher auch nicht im Zug. Bin da eher froh, wenn ich den Kasten mal ausmachen kann.

8. Hast Du schon ein nachhaltiges Erlebnis im Zug/auf dem Bahnhof gehabt?

Das ist schon ein paar Jahre her und war kurz nachdem mein Vater verstorben war. Ich saß in einem der älteren ICs und um mich herum war sehr viel los. Einer der Schaffner hat wohl irgendwie gemerkt, dass es mir gar nicht gut ging und hat mich anscheinend weinen gesehen. Er kam ohne große Worte zu mir und sagte, „Wenn Sie wollen ich hab ein leeres Abteil für Sie, an das wir ein Schild hängen, damit Sie ganz für sich sein können.“ Gesagt, getan und ich konnte mit meinem ganzen Krempel umziehen. Er hat nicht lange gefragt was los ist, sondern mir einfach in dem Moment geholfen. Das ist auch ein Grund, warum ich das Bahnfahren schätze.

9. Was findest Du gut im Zug/am Bahnhof?

Für mich ist es ideal, dass ich arbeiten kann im Zug. Steckdosen nutzen zu können ist sehr nützlich und ich komme weitaus ausgeruhter an, als mit dem Auto. Wenn die Wartezeiten länger sind, gehe ich gern in die DB Lounges und finde den Service dort sehr aufmerksam und angenehm. Leider gibt es von den Lounges noch zu wenige, finde ich.

10. Was stört Dich im Zug/am Bahnhof

Dass immer noch geraucht wird an Bahnhöfen finde ich extrem widerlich. Vor allem wenn das Schaffner an jeder Station machen und dann mit dieser Rauchfahne einen ansprechen. Bei kaltem Wetter ziehts mich immer fast weg auf den Bahnsteigen, doch da kann jetzt die Bahn weniger dafür. Und leider können die Mitreisenden es nicht erwarten, bis alle ausgestiegen sind und das Drängeln finde ich nicht nur unhöflich, sondern auch sehr unangenehm.

Am schlimmsten ist es, wenn die Züge Verspätung haben und du mit deinem ganzen Kram durch den Bahnhof hasten muss. Treppen runter, wieder rauf und endlose Bahnsteige. Das macht es für mich sehr stressig.

11. Gibt es eine Anekdote von einer Bahnfahrt die Du hier mitteilen möchtest?

Oh, da gibt es viele. Um vielleicht mal eine Lanze für die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft sehr vieler Schaffner zu brechen, hier eine kleine Zusammenstellung meiner Fauxpas und die erhaltene Unterstützung. Da ich oft ein wenig unkonzentriert in der Gegend rumlaufe, wenn ich tausend Sachen im Kopf habe, ist mir schon passiert, zwar auf den richtigen Bahnsteig, aber auf der falschen Seite in den Zug eingestiegen zu sein… Genauso wie ich es schon geschafft habe, vergessen zu haben, dass ich aussteigen muss…

Und in all diesen Fällen hab ich ganz schnelle und unkomplizierte Hilfestellung bekommen. Einer der österreichischen Schaffner meinte: „Jo mei, dös Mädl hot vergessn zum Aussteign, da müss ma ihr an Anschluss verschaffn.“ Hat sich ans Telefon geklemmt und mir Anschlusszüge vom nächsten Bahnhof ermöglicht ohne Aufpreis oder blöde Kommentare.

12. Wie sieht für Dich der Personenverkehr der Zukunft aus?

Mit stabilem Internetzugang, denn das ist eher eine Katastrophe als dass es funktioniert. Ein Traum wäre, wenn das mit dem Joggen durch den Bahnhof bei Verspätungen der Vergangenheit angehört. Flexiblere Fahrzeiten oder wie sich das auch immer lösen lassen würde.

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